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Was kann traditionelle chinesische Medizin?

Meiner Meinung nach sehr viel, bei allen möglichen Erkrankungen. Vorausgesetzt man hat einen guten TCM Arzt und diese sind eher rar. Ein guter Arzt sollte meiner Meinung nach auf jeden Fall die sog. Pulsdiagnose beherrschen und wenn möglich wirklich ein gebürtiger Chinese sein und da auch seine Ausbildung abgeschlossen haben. Ich hab mich jahrelang mit TCM beschäftigt und auch gute Erfolge bei manchen Krankheiten erzielt. Mir hat sogar mal ein TCM Arzt die Akupunktur mit echten Nadeln beigebracht. War eine spannende Zeit,,, Nur was ist TCM schnell erklärt? Gar nicht so einfach das kurz und bündig zu erklären, die Heilkunst des alten China. Geheimnisvoll und sehr wirksam würde ich sie umschreiben. Heilkunde: Am Anfang steht wie überall eine genaue Diagnose eines erfahrenen TCM Arztes, dann natürlich immer und überall die Bemühung um Förderung und Lenkung des Qi. (Unsere Lebenskraft, vergleichbar mit Strom der ein Gerät betreibt). Dann natürlich Akupunktur, chin. Heilkräuter und das wichtigste wie immer, die richtige, individuell abgestimmte Ernährung. Etwas Bewegung dazu, am besten in Form von Qi Gong. Mit Qi Gong konnte ich leider nie recht was anfangen, aber manche lieben es. Und ganz wichtig unsere sogenannte Mitte. Alles sehr detailliert und umfangreich,  basierend auf die Philosophie und Religion von China. Allerdings ist auch unsere abendländische Medizin (Homöopathie & Co.) auf Philosophie und teilweise Astrologie basierend. Zurück zur TCM: Alles beeinflusst den Menschen innen und außen, alles hängt irgendwie zusammen, Yin und Yang. Die Organuhr zählt ebenfalls zur TCM und ich kann bestätigen da ist sehr viel dran! Organuhr Man kann sich da beispielsweise orientieren, wenn ein Organ schwächelt, bzw. erkrankt ist. Und genau in dieser Zeit oder kurz davor Heilmittel für dieses Organ einnehmen. Das wirkt in dieser Zeit dann am besten! z.B. bei Nierenschwäche einen Nierentee in der Nierenzeit von 17-19 Uhr trinken. Man muss da nicht auf Sommer- und Winterzeit Rücksicht nehmen, sondern einfach nur was die Uhr anzeigt.

Jeder i(s)t anders - individuelle Ernährung bei Problemen

Da die TCM einfach zu umfangreich, um das näher und gründlich zu erläutern, trotzdem ein paar einfache Ernährungsratschläge als Beispiel. Wenn wirklich Probleme bestehen macht es Sinn einen TCM Therapeuten aufzusuchen! Das strenge Kochen nach den 5 Elementen oder auch Kreiskochen, wo genau nach Element Zutaten beim Kochen zugegeben werden sollten, halte ich für absolut überflüssig. Und wirklich ein TCM Arzt aus China musste da einmal lachen, als ich ihn damals dazu befragte. Das macht in China angeblich niemand. Sondern einfach Kochen für die Mitte (Magen-Milz-Stärkung) ist angesagt. Sonst artet dazu Kochen in Schwerarbeit aus, wer will das schon? Ich nicht.

Kälte-Symptome

Mögliche Symptome: Kältegefühl, kalte Hände, kalte Füße, Blutmangel, Anämie, Müdigkeit, Durchfall, Grüblerei, Kreisdenken, unnötiges Sorgen, entsteht oft durch exzessive Rohkosternährung und einseitige Mangelernährung. Essen von vielen Milchprodukten, minderwertige Ernährung mit Tiefkühlkost, viel Brotmahlzeiten, Fasten. Ähnlich dem Vata-Typ des Ayurveda.

Ernährung bei Kälte-Symptomen

Gut kauen, alles mind. 40 mal. Viel Getreide, Vollkorn, vor allem auch Reis, Hirse, Hafer, ein wenig Hülsenfrüchte, erdiges Gemüse wie Karotten, Mais, Kartoffeln, Kürbis, Kohl- und Kraut usw. Obst, Trockenobst, besser Obst kurz angedünstet oder als Smoothie. Meiner Erfahrung nach kühlen Smoothies nicht! Der Mixer hat es quasi schon ein wenig vor-verdaut und unsere Mitte (der Magen) hat weniger zu tun und damit mehr Energie.

Fleisch, lang gekochte Fleischsuppe (Rinderbrühe, Hühnerbrühe), ein wenig Ingwer mitkochen lassen. Forelle, Saibling, Lachs. Würzen mit Knoblauch, wärmenden Gewürzen wie Zimt, Nelke, Pfeffer, Muskat, Fenchel, Anis, Vanille.

Getreidekaffee, Gerstentee, Ingwertee (frischen Ingwer verwenden!), wenig Nüsse, Eier. Nichts kaltes essen und trinken, kein Eis. Ayurvedisches Wasser trinken, d.h. gefiltertes Leitungswasser 20 min. kochen, über den Tag verteilt trinken.

Hitze-Symptome

Mögliche Symptome: Hitzeempfinden, Schwitzen, rotes Gesicht, heiße Hände und Füße, kalte Getränke tun gut. Störung entsteht oft durch das Trinken von zu viel Kaffee, durch viel rotes Fleisch, zu salziges Essen, zu viel Alkohol. Aber auch rauchen fördert diese Störung, ebenso wie Stress. Es kann eine Neigung zu Sodbrennen, Mundgeruch, Zahnfleischentzündungen- und Bluten bestehen, sog. (Magenhitze). Ähnlicher Typ als Pitta im Ayurveda.

Ernährung bei Hitze-Symptomen

Gut kauen. Getreide wie Gerste, Hirse, Reis, vor allem auch Weizen. Besser Hülsenfrüchte als Fleisch, vor allem kurweise weglassen, viel Grünes, grüne Smoothies, Salate (nicht am Abend!), viel Obst, Pilze, Geflügel besser in kleinen Mengen, kein rotes Fleisch, viele frische Kräuter, frisch gepresste grüne Säfte, ev. ein wenig Samen wie Sonnenblumenkerne, gern auch als Sprossen. Wenig Milchprodukte, wenn dann kein Hartkäse. Kein Alkohol und Kaffee!

Trockenheits-Symptome

Mögliche Symptome: Trockene Haut, vertrocknetes, faltiges Aussehen, trockene Haare, schlechtes Sehen, lichtempfindlich, Blutmangel, Anämie, viel Arbeit an Handy und Computer, schlechte Erinnerung, Hormonprobleme, ausbleibende Periode, Schwindel, Müdigkeit, Verstopfung, Störung entsteht oft auch nach einer Schwangerschaft oder auch durch Mangelernährung oder durch Diäten. Ähnlich Vata-Typ des Ayurveda.

Ernährung bei Trockenheits-Symptomen

Gut kauen wie immer. Saftige und suppige Mahlzeiten (Eintöpfe). Vollkorngetreide, viel Gemüse, grünes Gemüse, grüne Smoothies, grüne Säfte, viel Obst, dunkle Beeren, Obst leicht gedünstet, oder als Kompott, am besten als Smoothie, Leber, Fleisch, Fleischsuppen, Nüsse und Samen, Eier, Gerstenmalz, Reismalz, Hülsenfrüchte, ein wenig Milchprodukte. Ghee, Sesamöl.

Feuchtigkeits-Symptome

Übergewicht, Wassereinlagerungen, Ödeme, Müdigkeit, Trägheit, dicke, geschwollene Beine, kein Durst. Dieses Störung entsteht oft zu viel Rohkost und Milchprodukte, zu viel Zucker, Fett und Gluten. Zu viel Brot! Kann Völlegefühl, Aufgeblähtsein, Neigung zu Zysten und Tumoren und PMS auslösen. Ähnlich Kapha-Typ des Ayurveda.

Ernährung bei Feuchtigkeits-Symptomen

Gut kauen. Trocknend wirkt Hirse, Adzukibohnen, aber auch Gerste- und Gerstenwasser! Sehr gut bei Ödemen. Kurweise auf alle Milchprodukte, Zucker, Brot, Fett verzichten. Ev. in Form von Makrobiotik, bis das überschüssige Wasser aus dem Körper verschwunden ist. Auch bittere Kräuter sind hilfreich wie Artischocken, Löwenzahntee usw. oder auch Getreidekaffee. Kardamom, Nierentee. Fettarmes Eiweiß bevorzugen, Vollkornprodukte, Rohkost eher vermeiden, wenn dann Smoothies. Gemüse statt roh kurz andünsten, keinen Salat, wenn dann Bohnensalat, Linsensalat, leicht gedünstetes Gemüse als Salat o.ä. Keine Light-Produkte, nichts Eiskaltes.

DIE 5 ELEMENTE

https://5-style.de/

Die 5 Elemente und deren Zuordnung

Ein guter, wenn auch ungewöhnlicher TCM Arzt wird in diesem Blog erwähnt, ich war lange bei ihm.

In meinem Buch über Reizdarm habe ich mich an der Stärkung der Mitte nach TCM  grob orientiert. Für individuelle TCM für spezielle Krankheitsbilder gibt es genügend Fachbücher und Therapeuten.